Archiv für Juni 2010

Karate Kid

Ich glaube, Karate Kid hat die moderne Welt ruiniert.

Nicht nur dieser Film, sondern alle, die ähnlich aufgebaut sind (man kann die Rocky Nachfolger sicherlich nicht entkommen lassen). Quasi jeder Film mit einer Trainingsmontage.

Ihr wisst, was ich meine; der Hauptcharakter ist sehr schlecht in etwas, dann gibt es die Sequenz in der Mitte des Filmes zu optimistischer Musik, die ihn beim Üben zeigt. Und wenn die fertig ist, ist er ein Experte.

Wenn ich  gefeuert werde, und mir die Ideen für penis-basierte Blogs ausgehen, werde ich ein Selbsthilfebuch schreiben, welches ich vermutlich Fick auf Karate Kid: Warum das Leben so viel härter ist, als wir denken, von Dr. Nick WehTeeEff nenne. Ich muss auch an irgendeinem Punkt ein Doktor werden.

Es erscheint so offensichtlich, dass es eigentlich eine Beleidigung ist, es zu erwähnen. Aber es ist nicht ersichtlich. Jeder Erwachsene, den ich kenne – oder wenigstens die, die deprimiert sind – leiden konstant an etwas wie Preisschock (wenn man zum ersten Mal etwas kaufen möchte und dann entsetzt ist, wenn man herausfindet, dass es sehr viel mehr kostet als man dachte). Nur mit Aufwand. Es ist Leistungsschock.

Wir haben eine vage Idee von dem „Preis“ für einige Fertigkeiten in unserem Kopf, wie schwer es sein sollte, einen bestimmten Abschluss zu bekommen oder im Job erfolgreich zu sein oder in Form zu bleiben oder ein Kind großzuziehen oder ein Haus zu bauen. Und diese vage Idee ist meisten immer katastrophal falsch.

Erstrebenswerte Dinge zu erreichen ist nicht nur etwas schwerer, als  die Leute denken; es ist 10- oder 20-mal härter. Wie Gewicht verlieren. Man fühlt sich sechs Monate lang schlecht und verliert gerade einmal 2 Kilo. Dann das nächste all-you-can-eat Buffet und man hat alles wieder auf den Hüften.

Deswegen halten die meisten Menschen keine Diät durch. Nicht nur, weil diese schwerer als erwartet sind, sondern weil sie so viel härter sind, dass es fast kriminell ungerecht erscheint. Man kann den bitteren Gedanken nicht abschütteln, dass „ich bei dieser Menge an Leistung als Bademodenmodel enden sollte.“

Das trifft auf alles zu. Deutschland ist voller frustrierter, gebrochener, verwirrter Menschen, weil so viele von uns denken, „wenn ich so hart arbeite, so viele Stunden in der Woche, sollte ich (einen großartigen Job, ein schönes Haus, ein nettes Auto, etc.) haben. Ich habe das nicht, deswegen muss etwas das System verdorben haben und das hält mich davon zurück, zu bekommen, was ich verdiene und dieses etwas muss (die Regierung, illegale Immigranten, mein Partner, mein Chef, mein Pech, etc.) sein.“

Ich denke wirklich, dass Leistungsschock einer der größten Gründe für die Geschehnisse auf der Welt ist. Man denke an die Wirtschaftskrise und die Kreditprobleme. Man stelle sich Millionen an arbeitenden Typen vor, die sagen „Alles klar. Ich habe KEINE Freizeit. Ich arbeite jeden Tag, den ganzen Tag. Ich komme heim und kümmere mich um die Kinder. Wir leben in einem kleinen Haus mit zwei Scheißautos. Und jeden Monat haben wir höhere Schulden.“ Also leihen sie sich Geld und kaufen auf Kredit, weil sie diese unausgesprochene Vermutung haben, dass, verdammt noch einmal, das Universum sich schon selbst an einem bestimmten Punkt richtig stellen wird und die Menge an Geld, die sie die ganze Zeit hätten bekommen sollen (anhand ihres Levels an Anstrengung), irgendwann vom Himmel regnen wird.

All das kommt zurück von diesen extrem hochgeschraubten Anforderungen an die Welt. Wenn man an die ganzen Pessimisten denkt, dann haben sie ihren Pessimismus dadurch, weil die Welt nicht an ihre Erwartungen heranreicht, die von vorneherein total überzogen waren.

Kennt ihr diese TV-Show, in der Gordon Ramsay verschiedene Restaurants besucht und die Besitzer anschreit, bis alles wieder in Ordnung ist? Jede Episode ist ein großartiges Beispiel. Sie bestehen alle aus einem ausgezehrten Restaurantbesitzer, mit einer halben Million Euro Schulden, der erschöpft in die Kamera schaut und sagt: „Wie können wir Geld verlieren? Ich arbeite 90 Stunden in der Woche!“

Diese Welt verlangt mehr. So, so viel mehr. Wie konnten wir erwachsen werden und das nicht realisieren? Ich verurteile die Trainingsmontagen. Fünf lebhafte Minuten, von der Karatelusche zum Experten, von krankhaft fettsüchtig zu schlank, vom Loser zum Frauenheld, von der schrecklichen Garagenband zur grandiosen Rockband.

In der echten Welt wären die Gewinner des All Valley Karate Wettbewerbes in Karate Kid die Kinder, die schon seit der Grundschule in einem Verein gewesen wären. Jene Kinder, die sich wie Arschlöcher verhalten, weil ihre Eltern ihnen Videospiele und Rausgehen mit den Freunden und Geburtstagsparties verboten haben, so dass sie üben, üben, üben konnten. Und deshalb sind sie „ziemlich gut“ darin. Wollt ihr wissen, wie lang man braucht, um in etwas Experte zu sein? Laut Forschung etwa 10.000 Stunden.

Das bedeutet jeden Tag 2 Stunden üben, fast 14 Jahre lang.

Ich bin ebenfalls keine Art Guru. Ich schreibe Schwanzwitze und war über ein halbes Jahr lang arbeitslos.

Ich beendete nach der elften Klasse das Gymnasium und dachte, ich würde innerhalb weniger Jahre die Königin der Welt werden. 6 Jahre später habe ich zwar eine Ausbildung, übe den gelernten Beruf allerdings nicht in meinem derzeitigen Job aus und habe Schulden wegen meinem Umzug, die ich weitere 10 Jahre abbezahlen darf.

Ich fühlte mich, als würde ich mich tot arbeiten. Jahrelang. Und sogar dann waren es so viele andere Dinge, die mir brachten, was ich jetzt habe. Eine Firma wurde an die richtigen Leute verkauft, ein Typ beendete seinen Job. Ein anderer starb. Wenn diese Dominosteine nicht im richtigen Moment gefallen wären, wäre ich jetzt nicht Software Engineer, sondern hinter der Theke bei McDonalds und würde von Polizisten überwältigt werden, weil ich da eigentlich nicht arbeiten würde. Bevor das alles passierte, hatte ich die Hoffnung verloren und meine Erwartungen immer und immer und immer wieder gesenkt und nichts, was mir bis dahin in meinem Leben zustieß, bereitete mich darauf vor. Niemand sagte mir, wie hart alles werden würde.

Alles was ich hatte war das verfickte Karate Kid.

Egal. Ich weiß, was uns jetzt besser fühlen lässt:

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Gridddddddddddles

Der McDonalds McGriddle ist eines der perfektesten Stücke synthethischer, Nahrungsähnlicher Produkte überhaupt, kreiert mit Bunsenbrennern, Reagenzgläsern und riesigen Tafeln voller komplexer chemischer Rechnungen und Gleichungen darauf. Ein Biss davon und man merkt kein Handwerk eines erfahrenen Kochs, der versucht, ein billiges und dennoch schmackhaftes Frühstück zu erschaffen; man schmeckt die wilden Versuche eines Dr. Mengele, der Elektroden in deinen Hintern stecken will um seine Theorie zu testen, ob elektrische Stimulation des Anus dazu führt, dass ein Mensch mit seinen Augen Laser verschießen kann.

Aber wer sagt, dass man das nicht alles daheim nachbilden kann? Niemand! Der sagt das! Mit etwas Talent, einem Spritzer Tatkraft und einem Hauch Hirnschmalz könnt ihr in eurem eigenen Heim diese delikate Köstlichkeit zaubern.

Zutaten:
120g Mehl
1 Teelöffel Salz
115g Zucker
180ml Pflanzenöl
180ml Vollmilch
180ml Ahornsirup
340g Hackfleisch
3 Eier
3-4 Scheiben Käse
1 Teelöffel Dinatriumdihydrogendiphosphat

Anleitung:

1) Die ersten 3 Zutaten in eine Schüssel geben und zusammenrühren.

2) Gib das Pflanzenöl und die Milch hinzu. Solange rühren, bis alles nur noch leicht klumpig bzw. der Teig glatt ist.

3) Ein Ei in eine Schüssel geben und einen Teelöffel Dinatriumdihydrogendiphosphat hinzufügen. Dinatriumdihydrogendiphosphat ist eine chemische Verbindung mit vielen industriellen Verwendungszwecken wie Lederbehandlung, das Entfernen der Haare eines geschlachteten Schweins und zum Erhalten der Farbe von verarbeiteter Nahrung. Es ist eine der Hauptzutaten eines McDonalds McGriddle.

4) Realisiere, dass du kein Dinatriumdihydrogendiphosphat in deinem Küchenschrank hast.

5) Suche bei Google nach dem nächsten Chemiewerk in deiner Umgebung.

6) Hey! Es gibt einern Vertrieb nur ein paar Kilometer weit weg von deinem Haus! Geil!

7) Nimm deine Skimaske und mache zwei Löcher für die Augen rein, und vielleicht eins für den Mund.

8) Lade deine Pistole und geh sicher, dass die Sicherung raus ist.

9) Spring ins Auto und fahre zum Vertrieb. Halte dich an die StVO. Errege keine Aufmerksamkeit.

10) Beobachte das Gebäude eine Stunde lang.

11) Zähle die Nummer der patroullierenden Wächter. Schau nach Schwächen und Öffnungen. Gibt es einen übergewichtigen und vielleicht langsamen? Wie könnte man daraus profitieren?

12) Gehe zum Pförtner am Tor. Erzähle ihm, dein Auto wäre kaputt, dein Handy ist tot und du fragst dich, ob er einen Abschleppdienst rufen könnte. Wenn er sich zum Telefon dreht, brich sein gottverdammtes Genick. Hey, willst du einen leckeren, selbstgemachten McGriddle oder nicht?! Du willst? Gut. Töte den Pförtner.

13) Gut… gut. Nun verstecke seinen Körper unter dem Schreibtisch. Geh sicher, dass nichts hervorschaut, so dass Passanten ihn entdecken könnten.

14) Laufe weiter zur Anlage.

15) Wenn der Wärter an der Vordertür fragt, was du hier machst, sage „Mein Auto ist liegen geblieben und keiner war am Tor. Ich suche hier nur nach Hilfe.“ Wenn er sie dir anbietet, ziehe deine Waffe.

16) Gib ihm ein hartes Ultimatum: „Auf den Boden oder friss Blei.“

17) Fessel ihn mit seinen eigenen Handschellen.

18) Zerbrich die zwei übrigen Eier auf seinem Kopf, um ihn zu erniedrigen, und sage „Ich glaube, die Dinge sehen nicht so EI-nfach aus für dich!“

19) Nimm seine Schlüssel und highfive dich selbst für diesen exzellenten Eierscherz.

20) Öffne die Vordertür. Du bist drin! Die Hälfte bis zum selbstgemachten McGriddles ist geschafft!

21) Durchsuche die Hallen nach einer Tür, die mit „Verarbeitung“ gekennzeichnet ist. Da werden die Chemikalien für den köstlichen McGriddles aufbewahrt.

22) Betrete den Raum und suche nach einem großen Kühlschrank. Öffne den  Kühlschrank… der Sicherheitsalarm ging an! Schnell, suche nach einer Ampulle Dinatriumdihydrogendiphosphat!

23) Stürze aus der Tür und renne zum Auto.

24) Scheiße! Die Bullen! Wie konnten die so schnell hier sein?

25) Schieße in ihre Richtung. Verletze sie nicht, halt sie nur auf Distanz.

26) Spring ins Auto und fahr los.

27) Nimm die A113, da geht es schneller und es ist zu der Uhrzeit weniger Verkehr.

28) Wenn die Autos lichter werden, streck die Hand raus und feuere auf die Polizeiautos, die schnell aufholen.

29) Glückwunsch! Du hast geade bewiesen, dass, wenn man einem Polizeiauto bei 120km/h den Reifen abschießt, das Auto schleudert, sich überschlägt und die Explosion die anderen Autos dahinter mit in die Luft jagt.

30) Oh oh! Aus dem Feuer und der Zerstörung kommt ein bösartiger/rebellischer/abtrünniger Bulle. Der Typ, dessen Familie in einem verrückten Dinatriumdihydrogendiphosphatunfall ums Leben kam. Er wäre verdammt, wenn er auch nur ein Milligramm Dinatriumdihydrogendiphosphat auf die Straße fallen und seine Stadt vergiften lässt. Aber, natürlich, hatte er noch nie einen McGriddles, erst recht keinen daheim gemacht. Dieser dumme Bastard würde das nie verstehen.

31) Wenn er dich mit seinem Auto rammt, fahr schneller. Steuere nach und halte die Augen auf der Straße.

32) Schreie „Du wirst mich nie stoppen, Sanchez!“ (Sein Name ist Sanchez, und ja, das weißt du in dem Moment.)

33) Wenn er sagt „Verdammt, Nick! Hör auf mit dem Wahnsinn!“, solltest du mit „Dein Kopf ist wohl RÜHREI!“ antworten (Dein Name ist Nick.)

34) Wenn Sanchez deinen Kofferraum streift, dreh dein Auto um 180° und feuer deine Waffe auf ihn, wie John McClane in Stib Langsam – Jetzt erst recht in dieser einen Szene, wo er sein Auto wendet und auf die bösen Typen hinter ihm schießt.

35) Fahr dein Auto mit 145km/h… rückwärts! Und während du mit Sanchez ein Feuergefecht hast!

36) Dreh dein Auto wieder normal herum und nimm die nächste Ausfahrt. Dein Zuhause und ein leckerer McGriddles sind fast nah!

37) Durchbreche einige Zäune und unterbreche eine Gartenparty. Wenn ein kleines Kind direkt vor dein Auto tritt, werde nicht langsamer. Dreh wie ein Irrer am Lenkrad während du „AHHHHHHHHH!!!“ schreist. Du wischst den Gedanken weg, dass du beinahe ein Kind überfahren hättest und gibst ihn weiter an Sanchez, der auf die Bremse tritt und nur Zentimeter vor dem Kind zum Stehen kommt.

38) Schau in den Rückspiegel und lache. Höre ganz genau auf Sanchez, der in seinem 3er Golf zurückbleibt, „ICH KRIEGE DICH, NIIIIIIIIIIIIIIICK!“ schreit und mit seiner Faust gegen das Wagendach hämmert. Daraufhin sagst du „Yeah, du bekommst mich, wenn… (total toller Ei-bezogener Spruch).“

39) Heize in deine Auffahrt und halte mit quietschenden Reifen an. Trete zur Haustür ein.

40) Geh in die Küche.

41) Füge einen Teelöffel Dinatriumdihydrogendiphosphat zu dem Ei hinzu. Mit einem Schneebesen verrühren.

42) Erhitze eine große Pfanne. Füge ein Stück Butter hinzu. Gib den Eierkuchenteig hinzu und mache kleine, 7,5cm große Kreise. Wenn die Oberseite Blasen wirft, gieße einen Teelöffel Ahornsirup darauf. Drehen und die andere Seite braten.

43) Gib die Eierkuchen auf einen Teller und lass sie auskühlen.

44) Forme aus dem Hackfleisch 7,5cm große Klopse und brate sie. Gib sie auf einen Teller.

45) Gib das Ei in eine heiße Pfanne und brate es so, wie ein Omelett. Falte die Ecken zu einem etwa 10x10cm großen Viereck.

46) Benutze einen Eierkuchen als Basis, gib darauf das Ei, das Fleisch, eine Scheibe Käse und darauf einen weiteren Eierkuchen.

47) Kurz bevor du abbeißt, stoppe. Nimm deine Waffe und ziele auf die Tür deiner Küche – ziele auf Sanchez. Sage „Ich wusste, dass du mir folgen würdest“ ohne aufzuschauen.

48) Wenn Sanchez sagt „Warum hast du das getan? Wieso konntest du dir nicht einfach einen McGriddles von McDonalds holen?“, antworte mit „Weil die Frühstück nur bis 11 haben, und ich fühlte mich eher so, dass ich einen McGriddles 11:30 haben wollte. Es ist das System, Mann. Es ist komplett versaut! Es ist so gemacht, dass es Menschen wie mich zurückhält. Es ist so gemacht, dass es Menschen wie dich zurückhält.“

49) Wenn Sanchez mit „Wa-was meinst du?“ antwortet, sagst du „Du hattest noch nie einen McGriddles, oder, Sanchez?“. Er wird sagen „N-nein, aber…“

50) Unterbrich ihn und sage „Versuche es einfach, Sanchez. Wenn du schon ein paar Kugeln in mich pumpst, will ich als Ausgleich nur, dass du das hier probierst. Ich möchte, dass du verstehst, gegen was du kämpfst. Und ich möchte, dass du verstehst, für was ich kämpfe.“

51) Wenn Sanchez seine Pistole herunternimmt und auf dich zukommt, mache gar nichts. Warte einfach. Halte den selbstgemachten McGriddles an seinen Mund und lass ihn beißen.

52) Schaue ihm beim Kauen zu.

53) Wenn er sagt „Mein Gott… was… was habe ich getan…?“, antworte einfach „Es ist okay, Sanchez. Es ist okay.“ Gib ihm den Rest des McGriddles und bereite dir selbst einen zu.

54) Setz dich neben ihn an deinen Küchentisch und genieße deine leckere McGriddlesnachbildung… gemeinsam.

55) Wenn Sanchez sagt „EI-nmalig!“, lege eine Hand auf seine Schulter und sage „Ich weiß, Sanchez. Ich weiß…“