Archiv für April 2011

Twilight – Das erste Buch

Jemand meinte nach meinen Twilight-Blogs, ich solle doch mal die Bücher lesen; dann hätte ich auch eine andere Sicht auf Twilight. Quasi nicht nur negativ.
Da ich nicht einsehe, Stephenie Meyer für ihre Talentlosigkeit zu bezahlen, kaufte ich mir…. besorgte mir….. ein ebook…. egal, zumindest hatte ich alle 4 Twilightbücher im Original vorliegen. (Mein Englisch ist, schon allein wegen meinem Job, fließend und sehr gut vorhanden; zudem traue ich den Übersetzern zu, wenigstens etwas Stilistik bei Meyer einzuschummeln.)

Die Protagonisten
Die Bücher erzählen die Geschichte des Vampirs Edward Cullen, der immer dann als „Adonis“ beschrieben wird, wenn die Autorin es kann, und Isabella Swan, ein „normales“ Mädchen, die voll „ernsthafte“ Literatur liest wie Sturmhöhe, weil sie soooooo intelligent ist. Außerdem ist sie sooooo viel weiter als die anderen Schüler an ihrer Schule. Aber das ist voll okay. Sie gleicht das mit ihrer Tollpatschigkeit aus, denn jeder gut entwickelte Charakter braucht genau eine (1) Schwäche.
Die Figur Edward Cullen nahm Gestalt an, als Stephenie Meyer einen feuchten Traum von ihm hatte. Sie sah ihn mit einem Mädchen, welches sie später „Bella“ nannte, nach ihrer imaginären Tochter…
…yeah, es wird gruseliger.

Buch 1: Twilight
Trotz dem so-einfach-sein wird Bella von allen Einwohnern ihrer neuen Heimatstadt Forks, Washington, lieb gewonnen, besonders von Edward Cullen. Edward beginnt seine epische Story in einem Biologiezimmer neben Bella Swan sitzend – eine tolle Situation für Einleitungen, Smalltalk und eine Reihe furchtbarer, sexueller Anspielungen, richtig?
Nun, Edward regelt seine Ladygeschichten anders: er sitzt einfach nur da, starrt sie an und rückt vor und zurück wie ein Irrer. Erinnert ihr euch an die Zeit, als ihr neben diesem echt heißen Menschen saßt und versucht habt, ihn anzusprechen, aber stattdessen in einem heftigen Hustenanfall kollabiert seid, Blut und Rotz über ihn genießt habt, vom Stuhl gefallen seid und dann eine halbe Stunde lang geweint habt? Ihr saht aus wie Gott im Gegensatz zu Edward. Als Bella dann herausfindet, dass Edward ein Vampir ist, geht sie mit diesem Wissen bewaffnet los und bringt Edward mitten in einen Wald um ihm zu sagen, dass sie sein Geheimnis kennt; wobei sie niemandem erzählt, wohin oder mit wem sie weggeht. Das Mädchen hat einen Überlebenssinn wie ein Lemming.
Eigentlich wollte er sie auch erst essen, aber realisierte dann, enttäuschenderweise, dass er eigentlich nur wahre Liebe fühlt und nach ein paar Tagen sind sie ein Pärchen.
Nach zwei oder drei Wochen fleht Bella ihn dann an, sie, aus wahrer Liebe, zu einem Vampir zu machen.
Das wird nicht gerade explizit im Buch klar gemacht, aber Edward schleicht jede Nacht in ihr Zimmer und schaut ihr beim Schlafen zu, seit er sie getroffen hat. Mehr dazu später.
Zudem hat Edward gedankenlesende Fähigkeiten, aber sie funktionieren nicht bei Bella. Das ist kein so großer Punkt in der Geschichte, wie die Leute annehmen könnten, und theoretisch kann (und werde) ich es nie wieder erwähnen.
Ein paar Tage, nachdem sie anfangen, sich zu treffen, nimmt Edward Bella mit in den Wald, um ihr zu zeigen warum Vampire nicht ins Sonnenlicht gehen: während die meisten Vampire dramatisch zerplatzen, glitzern die Vampire im Twilightuniversum bei Sonnenscheinkontakt. Das ist der Höhepunkt des Ganzen, was bis jetzt einfach nur ein schlechtes Buch war: Bella keucht und wird ohnmächtig, und Edward zieht sein Shirt aus, nur um ihr seine Glitzerinfektion zu zeigen, dann liegen sie keuch im Gras. Den Rest des Buches verbringen sie damit, über wahre Liebe und Edwards steinharte Bauchmuskeln zu sprechen. Kalte, marmorgleiche, statueske Lippen zu küssen ist anscheinend sexy.
Später küsst Bella Edward so sehr, dass er fast „die Kontrolle verliert“, aber glücklicherweise, als der Mann in der Beziehung, ist es seine Pflicht, die arme kleine überaufgeregte Bella in ihre Schranken zu weisen, also sagt er ihr, sie solle aufhören ihn zu küssen.
Dreihundert Seiten nach „Oh, du magst mich auch? Auf keinen Fall, ich dachte, du hasst mich!„, kommt der Plot langsam in Fahrt und in einem verbeulten 2er Golf betrunken auf der Party an. Er fährt 50 Seiten später wieder weg und geradewegs gegen einen Baum, kommt ins Krankenhaus und wurde seitdem, die gesamte Serie durch, nicht wieder gesehen.

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