Saturn

Verdammt! Wie zur Hölle können hier schon 10 Leute sein? Mist, Mist, Mist. Die Werbung sagte, dass nur 10 der guten Plasmas zu dem dämlich niedrigen Preis herausgehen. Und ich wette, jeder dieser Misthaufen vor mir bekommt einen.

Fick dich, Welt. Fick dich dafür, dass du mich pathetisch genug machst, hier 23Uhr zu stehen, aber nicht pathetisch genug, bereits 22Uhr hier zu sein. Das ist genau die falsche Menge Mitleid. Etwas weniger und ich hätte Schnürsenkel und würde Freunde haben; etwas mehr und ich würde mich für Spendenaktionen qualifizieren.

Was genau mache ich hier nochmal? Es gibt hier nichts, was ich eigentlich brauche. Ich will da nicht reingehen und instinktiv glänzende Dinge kaufen, wie eine Elster. Ich schwöre, wenn ich hier mit einem gottverdammten Blu-Ray-Player rauskomme, schieße ich mir in die Lunge.

Eigentlich… brauche ich diesen Fernseher? Wird mein Leben besser, wenn ich ihn habe? Ich kenne niemanden, der davon beeindruckt wäre. Ich wette, wenn ich das eines Tages meinen Enkeln erzählen will, verlassen die den Raum.

Nein, verdammt. Dieser Fernseher wird mich glücklich machen. Ich weiß es. Und das ist das Schlimmste. Das dieser Fernseher mich glücklich machen wird. Ich bin nicht einmal mehr menschlich, oder?

Ich wette, wenn mich ein Höhlenmensch sehen würde, würde er mich nicht als Frau wahrnehmen. Er würde denken, ich rieche nach Tod. Er würde mich hier zurücklassen, sterbend mit dem kranken Rest dieser Spezies, etwas mit einem Speer töten und dann eine Frau mit starken, kräftigen Babies füllen. Und ich würde ihn dafür respektieren.

Wenn das hier alles ausgestanden ist, werde ich ihn den Wald gehen und etwas mit meinen bloßen Händen töten. Auch wenn es nur eine Tüte Chips ist. Jedes scheiß Mal bin ich in Streßsituationen der Überzeugung, dass ich Chips im Wald essen will. Aber dieses Jahr werde ich es durchziehen.

Ich hoffe nur, dass nicht jeder vor mir einen Fernseher bekommt. Das ist riskant. Stundenlang in der Kälte warten um einen Fernseher zu kaufen ist dämlich. Aber stundenlang in der Kälte warten um keinen Fernseher zu kaufen? Das ist „ausgelacht werden während deiner Grabrede“ dämlich.

Das ist widerlich. Ein paar Leute haben sich auf dem Fußweg zusammengekuschelt, unter Decken zitternd und stinkend. Und nicht nur normale Menschen. Eklige Computerfreaks. Ich frage mich, ob der kürzlich zugenommene Bettwanzenbefall etwas mit dem parallelen Anstieg an Appleproduktverkäufen zu tun hat.

Scheiß drauf, ich bleib hier. Wenn jemand versucht, den letzten Plasma vor mir zu nehmen, werde ich komplett ausrasten. Die Türen werden sich öffnen und ich werde direkt zu den TVs gehen, und wenn da nicht genug sind, werde ich Plan Omega durchführen und jemandem in die Kniekehlen treten, der einen Fernseher trägt.

Ja, das ist richtig. Ich werde Menschen vermöbeln, weil ich einen 1000€ Fernseher für 600€ will. Denn das ist die Welt, in der wir leben. Ich habe mich immer gefragt, wann wir die dystopische Zukunft erreichen, und ob es eine Art Zeichen gäbe, wie den Roboterpapst.

Okay, ich schraube meinen Wahnsinn mal ein paar Ticks zurück. Es muss einen anderen Weg geben, um diese Schlange etwas kürzer zu machen. Etwas, das nicht das Ende der Menschheit verkündet.

Ich wette, wenn ich dem Typen vor mir eine Rückenmassage anbiete, bricht er ein. Er wird kaum die Nerven haben, 8 Stunden lang in einer Schlange vor der verrückten Rückenmassage-Dame zu stehen.

Es sei denn, er will. Er könnte auch drauf stehen. Verdammt. Ich bin nicht mal besonders gut in Rückenmassagen. Wir könnten die Hälfte überstanden haben und er würde mir sagen, wie schlecht ich massiere und ich würde wie ein Idiot dastehen.

Ein Glück habe ich meine gute Jacke an. Es ist scheißkalt heute nacht. Mein Vagina hat sich so sehr zurückgezogen, dass ich mich selbst schwängern könnte.

Mann, das wäre ein häßliches Baby.

Sieh dir den armen Typen da in der Windjacke an. Er wird sterben, und die Vögel werden nicht seine Leiche fressen, weil sie riechen können, wie dumm er war.

Wenn ich eine Tonne Spargel gegessen hätte, und hier rumpinkeln würde, könnte ich die Schlange halbieren. Ich wette, deswegen gibt es keine Bauchlädenspargelverkäufer. Weil es ein Gesetz dagegen gibt. Irgendein Spargel essender Irrer hat mal 1965 einen Ausverkauf ruiniert, und deswegen bekommen wir keine heißen Spargelsnacks.

Hmm. Wenn ich mich mit diesen Kerlen hier anfreunden würde, würde es leichter werden, sie zu beeinflussen. Ich könnte sagen, ich würde ihre Plätze in der Schlange freihalten und wenn sie wiederkommen, würde ich ihnen erzählen, ich hätte Kurzzeitamnesie und würde mich nicht erinnern, wer sie sind. „Ihr hättet es mir irgendwohin tätowieren sollen“, würde ich mit einem Schulterzucken sagen.

Oder, ich könnte sie fragen, meinen Platz in der Reihe frei zuhalten, und dann gehe ich los und breche in ihr Auto ein, fahre damit herum bis ich an der Schlange vorbeikomme, und während sie es aus dem Burger King zerren wollen, renne ich zurück und rücke einen Platz vor.

Das wäre so lustig in den Nachrichten. „PINKELBANDITIN RAST IN BURGER KING“

Nächstes Jahr komme ich früher hierher und stelle ein unechtes Schild auf der falschen Gebäudeseite auf. „Saturnschlange startet hier“ und es gibt viele Pfeile direkt zu einer Mülltonne, wo ich vorher schön spargelig hin uriniert habe.

Ich habe gehört, die Menschen drehen durch, wenn sich die Türen erstmal öffnen. Drücken, schieben, hervorschnellen, alles. Ich bin etwas besorgt über den einen Typen, der einen großen Beutel trägt. Ich wette, er hat einen Helm und zwei Baseballschläger darin. Er wird seine zwei Knüppel herumwedeln und ich trage nichts verzaubertes gegen eine Klopperei.

Gott, bin ich ein Nerd. Und ich wünschte, ich würde etwas verzaubertes gegen Selbstekel tragen.

Warte, hier kommt ein Kerl. Er verteilt Tickets an die Leute in der Schlange. Ich denke, dass wird Ärger und Schlägereien drinnen vermeiden.

Und ja, jede einzelne Person vor mir bekommt einen Plasmafernseher. Das ist wie Charlie und die Schokoladenfabrik, nur das in dieser Version Charlie vor den Toren bleibt, mit einem Blu-Ray-Player, und seltsame Ideen über Urin murmelt. Nun, ich denke ich habe nur eine Chance.

Ja, er wollte eine Rückenmassage. Er bewunderte meine Hände schon die ganze Nacht. Wie sehr will ich den Fernseher? – die unausgesprochene Frage hängt in der Luft.

Ugh. Argh. Uhh. Oh Gott, er stöhnt. Hör auf, verrückter Rückenmassage genießender Kerl.

Ja, so fühlt sich das schon mehr nach dystopischer Zukunft an.

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Ich mag das TC

Heute Mittag auf Arbeit mit Bier und Beamer Fußball schauen.
Einloggen ins TC. 9 Nachrichten.

Ich öffnete die Erste. Sehr schön, eine Lobpreisung auf mich, meine Eltern und den Gott, der mich erschuf.
Der Zweite meinte, ob ich immer so selbstverliebt wäre. Whaa… Ja. Ich gebe in jeder Internetsuche meinen Namen mit an, nur um sicher zu gehen, dass die Pornografie, nach der ich suche, mich selbst enthält.
Die restlichen 7 waren Menschen, die wie immer meinen, mich fertig machen zu müssen. Zu meiner Verteidigung: Die Bildbewertung von mir mit zwei Sternen und dem Satz „Gib‘ den Oompa Loompas ihre Hautfarbe zurück.“ war ABSOLUT gerechtfertigt.

Anyway.

#3
Diese Userin erschien das erste Mal im Heft #13 der Fantastischen Vier (der Comic, Leute, der Comic). Auf den ersten Blick scheint sie eine nackte Erdenbewohnerin zu sein, aber nach einer gründlichen Untersuchung stellt man fest, dass jemand einen großköpfigen Jungen attackiert hat und ihm während eines Messerkampfes Brustimplantate gab. Sie bettelt unabläßlich nach CDW Stimmen und Bildbewertungen, so dass sogar umfallende Bäume in Wäldern mehr Fans haben.

#4
Dieser Herr ist Nerd in jeder möglichen Richtung. Er sieht aus, als hätten Weltraumtintenfische einen Sexualstraftäter ausgehöhlt und würden in ihm betrunken herumfahren. Er verhielt sich beim „Flirten“ per Nachricht mit mir, wie ein Patient mit Multipler Sklerose, der versucht im Kerzenlicht eine Bombe zu entschärfen. Ein Bild zeigte ihn als Spätabtreibung, wie er ein Paar zusammengerollte Socken aus seiner Unterhose zieht und lacht, wobei es keine klarere, visuelle Metapher für den Verlust der Würde gibt. Ich wette, er würde mich in seinen Mund kacken lassen, wenn ich ihm einen Schein in die Hand drücke und verspreche, dass ich es jedem weitererzähle.
Seine Nachrichten darüber, wie er mir seine Geschlechtskrankheitentests schicken will, damit ich sicher gehe, dass er gesund ist, klang wie ein Zombieverteidigungsplan, nur viel weniger wichtig.

#5
Dieser User hatte mir einen Youtubelink geschickt, der ihn und seine Kumpels beim „Tanzen“ zeigte. Er ist kategorisch irre und tanzt nicht sehr gut, wie man sich vorstellen kann. Er bewegt sich, als würden seine Knie dagegen versagen, ihn aufrecht zu erhalten und das Parkhütchen, dass man ihm vor einigen Jahren bei einem Schulkampf rektal einführte, ist immer noch dort. Er hat die Grazie einer Hühnchenvergewaltigung.
Was geht durch den Kopf einer Frau, die so einen Mann ‚tanzen‘ sieht? „Werden meine Eltern mich aus dem Wald abholen, nachdem der Kerl mich dorthin geschleppt, erwürgt und meine Leiche verscharrt hat?“
Es ist schön, dass seine Freunde sein chemisches Ungleichgewicht unterstützen, aber er könnte mitten zwischen 300 Epileptikern mit plötzlichen Anfällen sein, und die Notärzte würden immer noch anhalten und feststellen, wie er der beschissenste Tänzer im Raum ist. Er suchte so verzweifelt nach Aufmerksamkeit, dass ich mir sicher war, einen bellenden Seehund zu sehen, der sich einen Platz auf die Spitze eines Berges erkämpft.

#6
Wenn die einzige Anforderung für eine TV Show wäre, sich sechs Tage lang in einer Schlange einzureihen, würde dieser User es machen. (Nein, Kinder. So eine Show gibt es nicht. Schreibt mich nicht deswegen an.) Er verhält sich in seinen Nachrichten und auf seinem Profil wie eine zickige Königin, und schaut aus, als wäre sein Gesicht ein Fließband für Blowjobs, dabei ist er eine so offensichtliche Karikatur, dass ich glaube, er ist nicht wirklich schwul. Er benimmt sich, als wäre er ein Achtjähriger, dessen einzige Erfahrung mit der Schwulenkultur der He-Man Comic aus den 90ern ist, damit er zu Fasching schwul spielen kann. Obwohl er, sogar wenn er hetero ist, ein Pferd einem blasen würde, nur damit er es in einem Blog schreiben kann. Und wenn er wirklich schwul ist, dann würde er für 20 Sekunden ihrer Aufmerksamkeit auch mit seiner Schwester schlafen.

#7
Diese Dame erzählt mir seit meiner Registrierung etwas aus ihrem Privatleben. Sie und ihr Partner sind das kulturelle Äquivalent von AIDS. Ihre Nachrichten waren von und für Menschen mit kleinen Rollstühlen da, wo eigentlich das Gehirn sitzt. Derzeit lässt sie sich von ihrem Mann scheiden, so dass es gut ist zu wissen, dass wir offiziell in einer Welt leben, in der Schwulenhochzeiten die Heiligkeit der Ehe ruinieren, aber diese zwei genetischen Durchfälle die Scheidung benutzen, um sich ins öffentlicher Licht zu rücken.
Ihre Obsession mit ihrer Schönheit hat sie in einen Flickenghoul aus Plastik und Arschfett verwandelt. Sie hatte sogar etwas, dass sie „Rückenaushöhlung“ nannte, wobei ich zu ängstlich bin, das zu googlen.
Wenn man diesem Ding ins „Gesicht“ schlägt, würden Eselslippen herausquellen und Speicheldrüsen durch ihr Atemloch im Rückenmark spritzen, und man würde wegen Herumpanschen mit medizinischem Abfall verhaftet werden. Sie meinte in ihrer Nachricht, sie würde sich gern mal mit mir treffen, aber ihr geschwollenes Fleisch, das den Mund eines ehemaligen Menschen darstellen soll, ist vermutlich zu einem Liefersystem für Biowaffen transformiert.
Moralisch gesehen liegen ihre Nachrichten zwischen „Ein Vergewaltigerratgeber zum Vergewaltigen“ und „4 Chan präsentiert: Fotos von Hitlers einem Ei in den Mündern schlafender Menschen“.

#8
Diese Userin scheint ein Experiment zu sein, als jemand versuchte, seine Großmutter mit Vaseline nachzubauen. Ihre 3 Alben sind voller Bilder, auf welchen sie weniger erscheint als Bigfoot. Das einzige, was ich über sie weiß, ist, dass wenn ihr Blut Skorpione berührt, sie zu Riesenskorpionen werden.
Ihr Profil ist ein bizarrer Schrein aus Nichtigkeiten, welche albtraumhafte Bereiche ihres Kopfes zeigen, und eine Kollektion von fehlerhaften Links. Was echt scheiße ist, weil ich mich ernsthaft frage, was sie sonst so macht, außer Reisende von ihren Eiern zu vertreiben.

#9
Kindesmissbrauch ist kein Sport, aber wenn es so wäre, hätten seine Eltern nichts als Trophäen. Ich spekuliere nur auf sein furchtbar kindisches Verhalten, aber er wuchs wahrscheinlich mit so vielen elterlichen Fingern in ihm auf, dass er bis zu seinem zwanzigsten Gebrutstag dachte, er wäre eine Handpuppe.
Er ist halbbehaart und hat glänzende Augen, wie jemand, der ein Ewokkostüm zum bumsen gekauft hat, aber dann das Interesse beim rasieren verlor. Sein Gesicht hat so viel Liebenswertes wie ein Burmesischer Genozid und das meiste davon wird von einem Bart aus Lichen sclerosus verdeckt. Er ist so eine Muschi, dass wenn er die Hand seiner Freundin schüttelt, es eine lesbische Fistingszene ist.

Zum Glück ist er ein Idiot, denn ich habe schon gefälschte Suizide gesehen, die weniger erbärmlich waren als seine Nachricht „warum schreibst du ne zurück ich hab die vier nachrichten geschriebn warum antwortest du ne bin i häslich?“

Hör mal, wenn ich dich heute erstechen würde, wäre die einzige Schlagzeile darüber „Verrückte Person stubst eine laut kreischende Fleischstatue.“

Nachos!

Nachos sind ein leckeres und extrem einfaches Rezept mexikanischen Ursprungs. Es gibt viele Wege, kreativ zu sein und seinen persönlichen Flair hinzuzugeben, und sie sind einfach perfekt um dem speziellen Anderen zu sagen, dass er einen mit seiner allmählichen und emotionslosen Zermürbung deiner Identität, die du dir Jahre lang mühevoll kultiviert hast, erstickt.

1.) Das Erste, was du machen willst, ist mit dem Hackfleisch klarkommen, selbst wenn du dafür noch gar nicht so richtig bereit bist. Brate es mit etwas Wasser langsam in einer Standardpfanne bräunlich. Wenn das ganze rosafarbene weg ist, lass das Wasser ablaufen und erhitze es weiter.

2.) Gib Gewürze und Käse hinzu, so dass alles schmelzen und sich mit dem Fleisch verbinden kann.

3.) Gib schwarze Bohnen, Zwiebeln, Pilze und Pfeffer hinzu. Rühre um, aber schau dir die Mixtur auch an, während es kocht. Wirklich, sieh es dir gut an.

4.) Etwas überwältigend, richtig? Da ist gerade eine Menge los direkt vor dir, eine überwältigende Kreation aus Gewürzen und Gemüse, alle mit ihren eigenen Charakterzügen und Eigenarten, und du musst herausfinden, wie du damit umzugehen hast. Genau jetzt kommt der Zeitpunkt, wo du feststellen wirst, dass es dir etwas über den Kopf wächst, aber es gibt keinen Weg zurück!

5.) Wenn erstmal alles miteinander vermischt ist, stell die schwer unterhaltbare Käse-Fleisch-Mischung beiseite, aber vergiss sie nicht. Du wirst nicht so schnell davon wegkommen.

Vorbereitung der Chips

6.) Gib eine schöne, komfortable Lage an Bohnenmus auf ein Backblech und verteil die Tortillachips darauf.

7.) Stell dir vor, die Chips sind dein Leben, bevor du mit deinem besonderen Anderen zusammengezogen bist. Die Chips repräsentieren all deine „Essenz“, die du als unabhängiger und ehrgeiziger 20+ Single hattest. Die Chips sind scharf und knackig, sie könnten überall hingehen und alles machen. Solltest du sie in Salsa tunken? Sie zerbröseln und in eine würzige Suppe geben? Eine Schicht davon auf ein hübsches Chili geben? Wie wäre es damit, sie alle allein zu essen, ohne jegliche äußere Beilagen, ihren natürlichen, einzigartigen Geschmack und Stil genießen? Das kannst du alles machen, denn das Potenzial der Chips ist unendlich.

8.) Während die Chips klar definiert und sofort erkennbar sind, sind sie zudem äußerst delikat. Es ist nicht schwer sich vorzustellen, dass mit etwas fokussierter und unerbittlicher Kraft, diese Chips deiner Identität komplett zerstört werden können, bis nichts mehr von den Ursprungschips übrig ist — ihre majestätischen Höhepunkte, ihre anbetungswürdige Vielseitigkeit, ihre Ecken und Kanten. Dazu braucht man unvorsichtige, egoistische, zickige Handhabung und diese früher kostbaren Chips werden zu bloßen Krümeln, ununterscheidbar von Kuchenkrümeln, Kekskrümeln oder sogar kleinsten Müllteilchen, mit welchen sie für immer in schwer reinigbaren Küchenritzen und hinter dem Kühlschrank verweilen müssen.

9.) Was man nun machen will — oder eher, zu was der gesellschaftliche Druck dich zwingt — ist, die Hackfleisch- und Käsemischung von vorhin in das viel zu kleine Backblech zu den Chips „einziehen“ lassen. Beginne mit einer dünnen Schicht der Mixtur auf die Chips. Wirf ein paar mehr Chips auf den Käse, denn es ist schön zu denken, dass die Chips wenigstens etwas Kontrolle über das Backblech hätten. Das wird weggehen, wenn du bemerkst, dass du noch eine Lage Hackfleisch-Käse auf die Chips geben musst. Bemerke nun, dass die oberste Schicht Käse an der Seite herunterläuft, wobei er jede mögliche Öffnung und Ritze, die dummerweise dachten, sie blieben unbemerkt, belagert. Du kannst noch eine Lage Chips auf diesen Haufen geben, aber sei dir bewusst, dass nur mehr und mehr Käse-Hackfleisch ihren Weg obendrauf finden werden. Wenn du nicht mehr weißt, was du machen sollst, kipp den Topf mit der Käse-Hackfleisch-Mischung über dem Backblech aus. Ertränke…wirklich, ertränke diese Chips. Wenn sie eine Person mit Zielen wären, müssten die Chips „Ich kann nicht mehr atmen!“ schreien.

10.) Wenn du den ganzen Fleisch- und Käsedip hinzugefügt hast, so dass von den Chips nicht mehr das ehemals stolze und anscheinend unermüdliche Ich übrig ist, wirf ein paar schwarze Oliven, geschnittene Jalapenos und gewürfelte Tomaten auf den Käse. Eigentlich stehen die nicht mit im Rezept. Sie stehen als kleine, unerwartete und meistens ungewollte „Überraschungen“, und selbst wenn du gar keine Oliven und Jalapenos magst, musst du jetzt mit ihnen auskommen, denn sie sind ein Teil des ganzen. Damit musst du leben.

11.) Stelle den Ofen auf „Einfach unmöglich damit zu leben“ und du wirst geschockt sein, wie schnell du deine unglaublich-wie-gut-es-ihnen-allein-ging Chips zu einem ganz anderen, aber nicht unbedingt besseren Gericht für alle transformiert hast!

Bon Appetit!

NoVa die Amazone

Erinnert ihr euch an das Kind, dass jedes Dungeon and Dragons versaute…?

NoVa die Amazone betrachtete ihr gewaltiges Schwert, dessen Gewicht sogar ihren immensen Körper ab und an stolpern lies. Sie spuckte auf den Boden, grinste ihren Kameraden zu — die meisten geschlagen, blutig und nur halblebendig — und machte einen Schritt nach vorn. Und dann noch einen. Ihr Tempo nahm zu und die Trägheit übernahm, das hohe Gewicht der Klinge über ihrem Kopf trieb sie voran. Das Biest vor ihr malmte mit seinen Kiefern, und das Geräusch erinnerte sie an brechende Meereswellen. Der Drache spannte seine milchigen, halbdurchsichtigen Flügel und erhob seinen Körper, um die schreiende Angreiferin besser im Blick zu haben. Die Luft um NoVa wurde kalt, während sie an ihr vorbeirauschte; der Drache atmete tief ein, füllte seine massiven Lungen in Vorbereitung eines weiteren, höllischen Infernofeuers. Er hob seinen Kopf, drehte seinen gewundenen Nacken zurück und rammte seine riesigen Klauen wieder in den Boden, bereit zur Auslöschung.

Und NoVa sah seine Chance.

Jedes Glied und jede Sehne war bis zum Äußersten gespannt, ihre dicken Beinmuskeln lösten sich fast von ihren Knochen, aber sie hetzte vorwärts. NoVa erreichte die Klippe der Schlucht, als gerade die Flammen ihr erstes knisterndes Spucken aus dem Maul des Monsters begannen. Sie sprang an auf einen nahen Vorsprung, drückte sich auf einen kleinen Felsen und stürzte sich über den Schrei aus Feuer. Ein Fuß erwischte festen Kontakt mit der Rückseite des Drachenschädels, der von Knochenplatten durchbohrt war, und sie rutschte — den langen Hals entlang, über die Krümmung des Flügels bis zum Boden. Sie schlug auf und drehte sich herum, pausierte bloß, um die Sicherheit ihres Stands zu gewährleisten, bevor sie ihren Zorn, ihre Trauer, ihr Leid und ihre Verzweiflung in einen mächtigen Schlag setzte. Mit einem zerreißenden Schrei schickte NoVa ihren dicken, großen Fuß auf die Reise, wo sie mit vollem und mächtigem Effekt auf die Drachenhoden trafen. Das Biest hustete, die Flammen hingen in seinem Hals fest, die Augen wurden groß und er wollte zu Boden kippeln — doch NoVa stand darunter, immer noch schnell und kraftvoll in des Monsters schuppige Kronjuwelen tretend, noch mal und noch mal und noch mal. Es sah so aus, als könnte es den Schmerz nicht gerade aushalten, aber NoVas brutale Leistentritte waren von solch Geschwindigkeit und Stärke, dass es den Koloss geradezu aufrecht hielt.

All die Wut der einsamen Nordländer…geradewegs in die Eier.

Der Drache schien in einem Schockzustand zu sein, einen Ausdruck von besorgtem Zweifel war in seine echsenartige Visage geätzt, wirksam paralysiert von den erstaunlichen Schmerzen aus der Hodengegend, deren mächtige Form einem Taifun auf einem stillen Gewässer an einem friedvol-

„Okay, das reicht“, meckerte Lukas.

Lukas sah aus, als gehörte er hier nicht hin: er hatte einen seltsamen Topschnitt, sicher, aber einer, der in diesen topmodernen, ultrateueren Nobelläden; nicht wo deine Mama dir ihre immer noch etwas mehlige Schüssel auf den Schädel setzt und betrunken die Schere in einem Kreis herum zieht. Er hatte die Statur einer vor-pubertären Sportskanone und die ersten Ansätze eines starken Kiefers hinter seinem kindlichen Gesicht. Ich beneidete und verachtete ihn und seine doofen, gut aussehenden Klamotten.

Ich wette, seine Eltern mögen ihn auch beide, der kleine Bastard.

„Was? Was ist los, Eldor?“ Ich verwendete mit Absicht Lukas‘ schwulen Charakternamen so oft wie möglich. Er schien nicht zu verstehen, warum sein dummer Name so demütigend war, obwohl ich immer sicher ging, dass meine Stimme voller Hohn tropfte und ich dabei gegen sein Ohr schnippte.

„Lukas. Wenn wir nicht über die Charaktere reden, kannst du mich einfach Lukas nennen.“

„Sicher, Topf-Lukas. Lukas-Schnitt. Schwuchteliger Topfschnitt. Entschuldige! Lukas, ich meinte Lukas“, räumte ich endlich ein, und hielt Aloric der Zwergische Kleriker meine Hand zum High Five hin.

Aloric ließ mich hängen; er war so ein Arsch.

„Du kannst keinen Drachen einfach so in die Eier treten!“, protestierte Lukas. „Du bist eine Amazone! Du hast ein dreieinhalb Meter Langschwert des Frostes!“

„Richtig, und daran denkt das Monster bis BÄM! Nasenbär Nietenstiefel des Nützlichen direkt in die Nüsse. Es ist die perfekte Strategie.“

„Das ist alles, was du immer machst! Wie besiegten wir die Orks im Sumpf des Leidens?“

„Tritt in die Eier“, antwortete ich schnell.

„Und die Werwölfe bei Winterberg?“

„Rein in die pelzigen kleinen Juwelen.“

„Und der Wächter?“

„Ha! Der war gut! Du sagtest, er hat keine Hoden, weißt du noch? Also musste ich den Spruch des Kronjuwelen-Wachstums sprechen und-“

„Wartet, wir können doch darüber reden!“

„Tim.“ Lukas drehte sich herum zum Dungeon-Meister, einem kränklichen kleinen Kind mit Judendauerwelle und einem süßen Taschenmesser, mit dem er Mäuse tot stach, weil sein Vater im Krieg starb. „Würdest du ihr bitte sagen, dass sie durch Eiertreten keinen Drachen töten kann?“

„So lang sie die Zahlen erwürfelt, kann sie machen, was auch sie immer will.“, erwiderte Tim cool, während der 10 Euro Schein, den ich ihm vor dem Spiel gab, ein kleines Loch in seine Tasche.

„Yeah! Siehste“, sagte ich, schubste Lukas ein bisschen und versuchte nicht zusammen zu zucken, als er seine Faust plötzlich zur Gegenwehr hob. „Das sind die Regeln. Wenn du mich nun entschuldigen würdest, ich bestreite eine epische Schlacht gegen das Böse, weil einigen von uns das Leben der Bürger von Olrath am Herzen liegt, Eldor.“

Die Beine des Ungetüms gaben endlich nach. NoVa die Amazone rollte zur Seite, kurz bevor der massive Körper mit einem dicken, fleischigen Bums auf dem Boden aufprallte. Sein Atem kam hart und kratzend; die gespaltene Zunge lag im Dreck. NoVa schaute mitleidig das Tier an — sehend, dass es nichts anderes war als das; ein Tier, jagend vom eigenen Trieb. Sie ging zu einem Bein des Riesen und gab ihm einen brüderlichen Klaps, dann nahm sie die Unterseite und wuchtete es über ihren Kopf. Sie stemmte einen Fuß in den Boden, das Gewicht über ihr nutzend, und hielt die Drachenbeine auseinander, während sie richtig mit der Klötentreterei begann.

Sogar das Pferd fand dies total seltsam.

„Nein!“ Es war Yannik, der diesmal dazwischen ging, seine unterernährte Austauschschülerhand schlug auf seine Jeans. Wie alle Ausländer trug er nur Jeansshorts. „Tim, wenn du mich fragst nach spielen, du sagst es ist ‚dramatische Schlacht‘ nach Blut und Ehre! Kämpfen Vampir, Zigeunerinnenhexe und untoten Krieger. Nicht dieses… dieses…Unsinn!“

„Niemand macht Unsinn, du Wichser! Nimm das zurück!“ Ich schlug die Zinnfigur, die Yanniks Spielfigur repräsentierte, von seinen stummeligen Fingern, und schaute Alexander der Schwarze Ritter nach, als er in die Leere des Fußballfeldes flog.

„Es tut mir leid“, sagte er beschämt. „Das war ein hartes Wort. Aber das ist nicht fair! Für drei Nachmittage ich bewahre meinen Zauberstab des Todes weil ich weiß, ich weiß großer Kampf kommt. Und was passiert?! Ich rolle 2! Zauberstab explodiert in Gesicht! Du sagst ‚Ich will Drache in sein Glied treten‘ und du rollst 20: Er geht nieder!“

Leon, das ruhige Kind, das unseren Kleriker spielte, hustete leicht in seine Hand. Ich wirbelte zu ihm herum.

„Was hast du verfickt noch mal gesagt, Aloric? Zickst du mich wieder an? Hä?“

Leon schüttelte energisch seinen Kopf und scheute den Blickkontakt mit mir. Er war dick und klein; der Einzige, den ich wirklich aufmischen konnte, wenn die Scheiße hier ernst wurde.

„Behalt deinen Klugschiss für dich, hörst du mich, Aloric? Nimm ihn zusammen, stopf ihn in deinen Zickensack und bring ihn zur Zickenbank! Wenn es zu weit zum laufen ist, kaufe ein Zickenticket und nimm den Zickenbus.“

„Nimm das Spiel doch mal ein bisschen ernster“, sagte Lukas, während mich seine hohen Wangenknochen mit ihrem Potenzial auslachten.

„Fein. Aber mein Gürtel des Schimpansen gibt mir jede dritte Runde das Attribut ‚Hast‘, und das ist diese. Ich darf noch einmal.“

„Nicht mehr mit den Penissen und Treten“, schlug Yannik vor.

Nach Äonen Hodentritten ließ NoVa die Amazone den erschöpften, wimmernden Drachen los und trat einen Schritt zurück, um sich das ganze Dilemma anzuschauen. Feuer glimmte unter der verbrannten Erde. Die verbliebene Vegetation des brachen Landes war während des Kampfes bis zur Wurzel niedergebrannt, sie hinterließ nur dünne, schwarze skelettartige Formen. Sie krümmten sich in der leichten Brise. Aloric der Kleriker hatte eine ernste Verletzung an der Hüfte im früheren Kampfgeschehen erfahren und Eldor der Waldläufer verarztete seine Wunden, indem er Kräuter auflegte. Alexander der Schwarze Ritter steckte sein Langschild in die lockere Erde vor ihm. Er kauerte sich dahinter, seine Augen geschlossen, seine Lippen bewegten sich still, seine dunklen Götter anflehen, während er sich für einen weiteren seiner perversen Kampfsprüche vorbereitete. Alles war still, bis auf das metallische Klirren, als NoVa ihr Schwert fallen ließ, den Schwanz des Drachen ergriff und den Drachen mit einem Grunzen der Dominanz, statt der Lust, damit selbst penetrierte.

„Was?! Nein! Guter Gott, was ist bloß los mit dir?“, schrie Lukas, förmlich aus dem Mund schäumend. Leon vermied weiterhin Augenkontakt und Yannik starrte mich einfach an, seine Lippen so stark aufeinander gepresst, dass sie einen schmalen Schlitz ergaben.

„Das ist Fantasie, Lukas. Ich kann machen, was immer ich will.“ Ich hielt Aloric erneut die Hand zum High Five hin, der seine zickige Zickigkeit über den ganzen Platz verbreitete, und mich schon wieder hängen lassen wollte. Ich nahm seine schwitzige Hand und patschte sie ganz langsam gegen meine eigene.

„Tim, gottverdammt!“ Lukas drehte sich zum DM, seine Arme in Missglauben schüttelnd.

Tim sah unsicher aus, aber ich formte mit dem Mund das Wort „zehn“ zu ihm so lange, bis er wegsah.

„Wenn sie es rollt“, sagte Tim durch das Handbuch blätternd, um eine Tabelle zu finden, die die Belästigung riesiger Echsen beinhaltete.

„Hier“, sagte er und zeigte auf ein Gitter, das die Hälfte der Seite einnahm. „Mit deinem Geschicklichkeitslevel müsstest du eine 19 oder höher würfeln, um den Drachen zu penetrieren.“

Ich lächelte bösartig zu Lukas, hob den Würfel an und ließ ihn gerade aufs Spielbrett fallen.

Sein Gesicht verlor jegliche Farbe.

„Zwanzig“, sagte Tim. „Sie darf den Drachen vergewaltigen.“

„Das ist Scheiße!“ Yannik stand abrupt auf, wirbelte noch abrupter herum und stampfte noch abrupter weg. Russen machen alles abrupt.

„Ich werde nicht hier sitzen und zuschauen, wie du den bewusstlosen Horndrachen bumst“, schrie Lukas und wollte ebenso gehen.

„Fein! Das ist in Ordnung, Lukas! Du gehörst hier sowieso nicht hin! Warum gehst du nicht los und beglückst Frauen und machst Sport und alles wird einfach ABSOLUT PERFEKT FÜR DICH!“, brüllte ich ihm nach mit dem Zurückhalten der unfreiwilligen Tränen kämpfend.

„Fräulein, du bist über 20 Jahre alt! Ich gehe jetzt zur Lehrerin, weil ich glaube, du darfst hier sowieso nicht sein!“

Eine langsame, stille Briese kam auf, bewegte das Gras in friedlichen Wellen, als die zwei Jungs resolut in verschiedene Richtungen marschierten. Leon schniefte.

„Oh Mann, zick los, Aloric! Ejakuliere deinen ekligen Zickensaft übers komplette Spiel!“, kreischte ich und sprang auf die Füße. Ich leerte den Rest meiner Whiskeyflasche übers Spielbrett, deutete eine Ohrfeige an, damit Leon zusammenzuckte, und rannte die Straße entlang, bevor die Polizei mich von einem weiteren Spielplatz vertrieb. Zwei mehr und ich würde irgendwelche Gesetze verletzen.

Auf halbem Wege über den Maschendrahtzaun bemerkte ich, dass ich meinen 20 seitigen Würfel vergessen hatte.

Fick dich, Eldor.

Aufschwung…!

Ständig hören wir immer und immer wieder das Gleiche: Die Wirtschaft erholt sich. Aber bei vielen von uns klingen diese Worte einfach nicht an – die, die immer noch durch ihre Hauskredite durcheinander sind, jene, denen es schwer fällt, einen Job zu finden, die anderen, die ihre Altersvorsorge am Aktienmarkt verloren – alle wundern sich, wie das vermutlich der Fall sein könnte. Nun, ich persönlich dachte immer, „Ökonomie“ wäre ein fensterloser Van  der Marke Ford. Es stellte sich heraus, dass das der „Econoline“ war. Worte sind scheiße.

Ein stabiler Immobilienmarkt ist ein wichtiger Teil jeder Wirtschaft. Da ich nicht extra für diese Gelegenheit ein Haus kaufen konnte, beschloss ich einfach, eines zu besetzen. In einer Nacht und Nebelaktion machte mir der Makler dann auch recht schnell klar, dass ich in keinster Weise berechtigt war, irgendein ein Haus zu besitzen, wobei er keinesfalls von seiner Preisvorstellung „die Polizei ist auf dem Weg“ abzubringen war. Auf dem Immobilienmarkt scheitert die Wirtschaft wie das völlige Arschloch, das sie ist.

Zudem zeigt sich eine stabile Ökonomie in verbesserten Umsätzen von Einzelhändlern. Kunden erlangen Kaufkraft, der Preis der Waren kann aufwärts tendieren. Also ging ich zum Asiamarkt meines Vertrauens, wo der Besitzer und ich eine stille Vereinbarung haben: Er meckert lautstark herum, dass ich „hier nicht willkommen“ sei und ich versuche ihn gekonnt zu ignorieren. Leider kann ich nicht bestätigen, dass der Kleinverkauf einen Konjunkturaufschwung erfährt. Wenn überhaupt, dann hat sich das ganze gerade einmal stabilisiert. Ich meine, ich musste nichts zweimal stehlen. Als ich versuchte, den Eigentümer zu befragen, saß er weinend vor seiner Milch. Er meinte etwas, wie sein „Geschäft würde den Bach hinunter gehen“. Voller Mitleid setzte ich beim Gehen die Eingangstür in Flammen. Ihr wisst schon, für Versicherungsbetrug. Ich nehme an, er hat eine Versicherung. Er schaute zumindest sehr verantwortungsbewusst aus.

Die erhöhte Marktaktivität konnte ich hieraufhin bestätigen. Der Markt war für einige Zeit sehr aktiv, besonders mit Feuerwehrmännern.

Ein weiterer Meilenstein eines Konjunkturaufschwungs ist die Stabilität des Bankensystems. Mein Plan war also, einen kleinen Kredit zu bekommen. Leider traf ich nur auf einen Darlehensberater mit eingeschränkten Visionen und noch eingeschränkterem Vokabular: Alles was er sagen konnte, war „nein“, „ist das ein Witz?“ und „Sie schickt Rolf, richtig? Das ist so ein Rolfding, absolut typisch.“

Mein Kredit wurde abgelehnt, genauso wie die Hausfrau es ablehnte, die Bettwäsche zu waschen nachdem ich darauf schmutzigen Sex mit deiner Mutter hatte, Daniel Schmidt aus der Commerzbank Berlin-Mitte.

Letztendlich kommt noch der Jobmarkt hinzu. Also bewarb ich mich einfach irgendwo blind für einen Job. Ich sollte der perfekte Kandidat sein: Ich bin pünktlich (das bedeutet, gut im Punkte verbinden zu sein, richtig?), ich bin erfahren und ich habe die besten Referenzen, die Lügen kreieren können. Überraschenderweise wurde ich tatsächlich eingeladen:

„Hallo!“ Der Mann mit der gelben Clipkrawatte stand von seinem Schreibtisch auf, um mir die Hand zu schütteln, „ich bin Thomas Meier und führe heute ihr Bewerbungsgespräch.“

„Ich nehme an, ich brauche keine Vorstellung”, sagte ich und schnappte mir den am bequemsten aussehenden Stuhl, den ich finden konnte.

„Ääähm, nein. Ich, äh… ich denke nicht. Ich habe hier ihr Anschreiben mit ihrem Namen darauf. Aber wenn ich Sie bitten dürfte? Ich saß da. Hinter dem Schreibtisch. Meinem Schreibtisch.”

„Ich kann Ihren Namen nicht darauf lesen.“

„Oh, der steht eigentlich genau hier.“ Er drehte eine kleine Plakette mit seinem Namen und einem Titel darauf. Gott, was für ein arroganter Arsch. Wer schreibt schon seinen Namen auf Dinge? Wie alt ist er, fünf?

Nach dem absoluten Minimum von halbgemurmelten Flüchen wechselten wir die Plätze.

„Also“, sagte er, während er durch ein paar Papiere blätterte, „das ist ein Masseninterview für ein Callcenter. Haben Sie Ihren Antrag ausgefüllt?“

„Natürlich.“ Ich gab sie ihm. “Ich denke, Sie finden darauf alles, was Ihren Verstand durch ihr Penisloch blasen wird.“

Er begann zu schwitzen und starrte Richtung Zimmertür. Er war wohl schüchtern; besorgt, dass jemand ihn hören könnte, während er wie ein totaler Vollidiot sprach.

“Niemand kann uns hören”, begann ich ihn, die Tür abschließend, zu beruhigen. „Nicht einmal wenn wir schreien.“ Ich lachte genug für uns beide zusammen.

„Es… umm, ja, gut. Frau wtf, ich bin ernst-“

“Hallo Ernst!”

“Nein, ich meine, ich will ehrlich mit Ihnen sein…”

„Toll. Ich auch: Ich bin froh, dass Sie hier sind, Ernst. Dieser Thomastyp schien ein totales Arschloch zu sein.”

Ich werde euch nicht mit dem Rest des Gesprächs langweilen. Es waren die Standardfragen: Was sehen Sie als Ihre größte Stärke? (Mein einwandfreies Zielvermögen, natürlich.) Was ist Ihre größte Schwäche? (Irgendwas zwischen Mondlicht und Silber.) Würden Sie mich bitte gehen lassen? (Natürlich nicht.) Ist das die Frau, die Sie in Ihrem Büro angegriffen hat? (Das ist sie, die Linke, in dem äthergetränkten Hello Kitty T-Shirt.) Kurzum: Ich habe den Job nicht bekommen. Ich möchte nicht arrogant klingen, aber ich habe keinen Fehler gemacht. Ich war perfekt: Ich log, ich gab vor, menschliche Gefühle zu haben, ich sprach nicht über das Töten von Tierbabys…

Es tut mir leid, aber all das führt mich zu der Entscheidung, dass es der Wirtschaft derzeit nicht wirklich besser geht. Also wenn ihr aufspringen wollt, müsst ihr rennen, versuchen, sie an der nächsten Ampel zu erwischen, hoffen, dass die Rücktüren nicht abgeschlossen sind und dem Mann innen drin versprechen, dass ihr ein Geheimnis bewahren könnt.

Dead Rising 2

Seit ich Dead Rising 2 besitze, habe ich so viele tote Menschen getötet, dass Geister sich nun fürchten, eine Nacht in meinem Haus zu verbringen. Aber neben dem ganzen Zombiegemetzel habe ich genauso viel Zeit damit verbracht, neue Schimpfwörter für das Spiel zu entwickeln. Ein 19 Silben langes „Hu-u-urensohn“, zum Beispiel, verwende ich, um den Duckenknopf zum funktionieren zu bewegen. So gern ich das Spiel auch habe, glaube, dachten die Entwickler, ich hätte mit ihren Ehefrauen geschlafen. Genau wie ein Furby ist Dead Rising 2 dazu da, jeden zu nerven, der es berührt.

Man spielt Chuck Greene, Motocross Champion und Singlevater einer Fastzombietochter. Außerdem ist er ein Spasti. Er bewegt sich wie eine Waschmaschine mit einem Ziegelstein und kämpft wie ein Schlafsack mit einem Zeltplatzaufseher darin. Ein Beispiel: Wenn ihr euren Xbox Controller benutzt um Chuck ganz höflich danach zu fragen, ob er seinen Baseballschläger gegen die Zombies vor ihm schwingt, wird er anhalten, sich umdrehen und den auslöschen, der nicht angreifend hinter ihm stand. Und dann den Desinteressierten direkt dahinter. Während die Zombies zusammen schwärmen, wird man seinen Controller fragen, „Du in China gemachtes Stück Scheiße! Kapierst du keine deutschen Daumen?!“. Das bewegt Chuck zum springen.

Chuck ist ein Arschloch. Wenn du den B Knopf drückst um den nahrhaften Burrito aufzuheben, greift er immer nach dem unnützlichen Plastikbecher darunter. Ich denke, er denkt, dass ist ein Zauberstück. Er scheint immer genau zu wissen, was du machen willst und verarscht dich dadurch, indem er das genaue Gegenteil durchführt. Ich wurde etwa 50 Mal gebissen als ich „HEB DIE VERFLUCHTE PISTOLE AUF“ drückte, während Chuck dachte, ich will das „MÖBEL UMHERSCHIEBEN“.

Das Schlimmste an dem Spiel sind die „Eskortmissionen“. Der Computer gibt dir einen hilflosen Idioten und bittet dich darum, ihn in Sicherheit zu bringen. Das ist frustrierend, denn du kannst immer genau dann versagen, wenn der Computer sich selbst umbringt. Und Dead Rising 2 ist quasi eine komplette Eskortmission. Ich habe bereits von Chucks Kampfanfällen erzählt, aber wenn er versucht, einen Nichtzombie zu beschützen, kann man damit rechnen, dass er jede Attacke im Gesicht des Freundes landet. Chuck entschied anscheinend irgendwann, dass die leichteste Art einen Überlebenden in die Sicherheitszone zu bringen in flüssiger Form am Ende seines Schlägers ist. Seine Idee der Sicherheit ist das Abnehmen des Kondoms um es seiner Perle als Kotztüte reichen zu können.

Zudem hat er ernsthafte Gehirnprobleme. Neben dem Töten von Zombies mit dummen Waffen, ist seine Hauptmotivation, seine Tochter Katey zu retten. Da er so ein Genie ist, schließt er sie mit jedem willkürlichen Irren, den er findet, in einem Bunker ein. Am Ende des Spiels teilt sich Katey einen Raum mit Huren, gebissenen Zombieopfern, Dieben, Bombenlegern, Strippern und einem menschenfressenden Tiger. Sie wäre sicherer gewesen, wenn er sie einfach draußen an ein Schild gebunden hätte, auf dem steht „NICHT ESSEN. Fettere Kinder voraus.“

Chucks Verfehlungen sind vielleicht nicht genetisch. Als ich in einem Nachtclub kämpfte, fütterte ich ihm drei Biere und schaute hilflos zu, als er die nächsten Sekunden unkontrollierbar kotzte. Nach drei Bieren. Ihr wisst was das bedeutet – der Typ war bereits hackedicht. Nach dem Kotzen riss er einem Suizidgefährdeten die Pistole aus dem Mund und nahm ihn mit zum Sicherheitsbereich, um seine Tochter zu hüten. Noch nicht einmal Michael Friedman feiert so hart. Chuck wird eines morgens aufwachen und sagen „Oh Mann, ich habe so viel getrunken, dass meine Tochter jetzt in drei verschiedenen Plastiktüten ist.“

Viele Väter fragen sich, was sie wohl falsch gemacht haben, da ihre Töchter zu Stripperinnen wurden. In acht Jahren wird Herr Greene das allerdings auf damals schieben, während der Zombieapokalypse, als er seine Tochter in einem Raum voller Stripperinnen zurückließ. Fast alle Überlebenden basieren auf Strippern. Jede Frau ist in Unterwäsche und die meisten kommen erst dann mit, wenn du ihnen Tausende Dollar gibst. Die eine beharrte sogar darauf, dass ich mich ausziehe, bevor sie mitkommt. Entweder wurde das Spiel von einer Stripperin geschrieben oder dem feuchten Fleck unter ihr. Das ist allerdings einzigartig – ich habe schon vieles im erregten Zustand getan, aber noch nie ein ganzes Zombievideospiel geschrieben.

Neben dem Fakt, dass die gesamten Co-Charaktere von notgeilen japanischen Teenagern geschrieben wurden, bewegen sich alle genauso betrunken wie Chuck. Sie verbringen ihre gesamte Rettung damit, sich und dich zu töten. Ein Ehemann und seine Frau versuchten definitiv nichts anderes zu erschießen außer sich selbst und mich. Vielleicht hat er sie für einen Zombie gehalten, da ihre Titten nicht heraushingen.

Das stolzeste Merkmal von Dead Rising 2 ist das Zusammenkleben von Objekten um neue Waffen zu entwickeln. Als Erstes klang das kreativ und intuitiv. Baseballschläger + Schachtel voller Nägel! Maschinengewehr + Motorrad! Aber nach Stunden des Knobelns, was wohl zum Rollstuhl passt, realisierte ich, wie schwankend die Grenze zwischen komplett geil und einem Dreijährigen, der zufällige Wörter schreit, ist. Rasenmäher + Rollstuhl? Das ist kein Einfallsreichtum – das ist wahlloser Unsinn, der in suppigem Suizid endet. Ein Sägeblatt auf einem riesigen LEGO Kopf? Das ist… scheiße, ich weiß es gar nicht. Großartig? Alles, was ich weiß, ist, dass egal welcher Gerichtsmediziner die bizarren Schmierereien meiner Überreste findet, sich fragt, wie ich wohl so ein kompletter Vollidiot wurde.

Chucks Lösung zur Sicherheit seiner Tochter ist also ihr wegschließen mit Irren. Und seine Lösung zur Zombieapokalypse ist das Rennen zu Dekolletees und dem Zuhören der Jammereien, die aus dem Mund darüber kommen. Er hat beschissenere Problemlösungen als ein Veganer in einem heterosexuellen Restaurant. Und nicht nur die Erzählungsweise, auch das Gameplay ist begrenzt. Die Kämpfe bestehen daraus, dass du alles mit einem Schläger verkloppst. Alles. Wenn du dich zurückfallen lässt, um mit einem Scharfschützengewehr die Gegner zu überflügeln, wird ein 5 Jähriger diese bereits zu Brei geschlagen haben. Und sobald er erklärt bekommt, was eine Muschi ist, wird er wissen, dass du eine bist.

Dead Rising 2 spielt in einer Zombies-sind-ständig-um-dich Echtzeit, während du Anrufe bekommst und Unterhaltungen führst. Das bedeutet, dass ich ständig beim Lesen angekaut wurde. Das ist das Werk eines bösen Psychologen, der verschiedene Teile deines Gehirns zum Krieg gegeneinander aufrufen will.
Ich konnte mich nicht einmal zwischen den unglaublich langen Ladebildschirmen ausruhen, die immer dann kommen, wenn man durch eine Tür läuft, da man von einer Mauer aus Mündern begrüßt wird, sobald man wieder im Spielgeschehen ist. Pausiert man das Spiel an irgendeiner Stelle, bricht Chuck seine derzeitige Bewegung ab und ich wurde beim Verlassen des Menüs mit einem sabbernden Tackle empfangen. Sobald ich vom Spiel wegsah, steckte es einen Finger in meinen Arsch. Aber man muss immer daran denken, dass es nicht seine Schuld ist – Dead Rising 2 fragte nicht danach, so gemacht zu werden. Und… und verdammt, ich liebe dieses Spiel.

Twilight (retro)

New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde, der zweite Film der Twilightsaga, nahm an den ersten Tagen weltweit verdammt viel Geld ein. 8€ davon gehörten mir. Ich bin definitiv weder ein Twilightfan noch ein Hardcore-Vampirfilm-Junkie noch ein simpler Idiot. Bleibt nur noch die Möglichkeit übrig, dass ich eine „Freundin“, die all dies in sich vereinte, begleitete. (Nach diesem Desaster sehe ich sie nur noch als Bekannte an.) Ich nutzte diese Gelegenheit jedoch, um diese neue Spezies Mensch, den Twilightfan, näher zu betrachten.
Ich wollte es schaffen, Karten für die Abendvorstellung zu bekommen, indem ich ein paar Fäden zog (16€ am Ticketschalter zu bezahlen ist eine Art Faden.) Ich stand also in der Reihe vor dem Schalter, gekleidet in einem lächerlichen Umhang meiner Freundin, … jaaa, ich unterbreche meinen Blog für eure Lacher … und versuchte so auszusehen, als würde ich da hingehören.
Viele der anderen waren auch kostümiert, angezogen wie ihre Lieblingstwilightianer, also Hans Fangzahn oder Anna Skinnyjeans oder Gustav Wasauchimmer.
Nach einer Minute meiner Ankunft erquiekte ein halbes Duzend Mädchen sich ihren Platz in die Reihe hinter mir. Den Winkel meiner Zehennägel berechnend, die sich bei ihren Stimmen rückwärts rollten, schätzte ich, dass sie etwa 12 oder 13 Jahre alt waren. Ich hatte vergessen, wie die Präsenz von jüngeren Menschen auf mich wirkte. Sie war intensiv. Tausende Wörter sprudelten aus ihren Mündern, wenige davon verständlich (oder auch nur hörbar) für meine Ohren, aber nach einer kurzen Weile war ich fähig, grob ihre Laune zu erfassen: Sie waren aufgeregt.
„Hey Mädels, ziemlich aufregend, wa?“, sagte ich mein Bestes versuchend, nicht wie eine Sexualstraftäterin zu klingen.
Wunderschöne, angenehme Stille grüßte mich zurück. Das schien ihre Schnauze halten zu lassen. Ich merkte mir das für später.
„Wat willstn du…“, fragte ein Mädchen, ich nahm an, die Anführerin, „….Emokind?!“ Ein Chor aus Kichern brach aus der Gruppe hervor.
„Ich bin kein Emo, ihr… äh“, ich protestierte, kramte nach einem Wort, dass „Fotzen“ ähnlich war aber angebrachter für 12jährige Mädchen. „Fotzen!“, spuckte ich letztendlich heraus, die Schultern vor Anstrengung hängen lassend. „Ich bin so unemo wie du häßlich bist.“
Die vorlaute Anführerin drehte sich von mir weg. Eine erhitzte Diskussion fing an, bei der ich glaubte, dass sie mich als „gewöhnlich“ einstuften. Ich nahm mein gedankliches Notizbuch, schrieb in meine Großhirnrinde „Twilightfans sind zum kotzen“ und unterstrich es ein paar Mal. Ich drehte mich von den Mädchen weg um einen Typen neben mir zu bemerken.
„Ey Mann, kannst du den Scheiß glauben?“, sagte ich zu ihm. Er schaute mich dezent entsetzt an, weil ich mit ihm redete. Ich bekam einen guten Blick auf sein Kostüm. Es war ein Kerl in normalen Klamotten und Plastikvampirzähnen. Wow.
„Was hast du gesagt?“, fragte er nach. „Tut mir leid, aber ich habe nicht zugehört.“
„Egal. Hey, vielleicht kannst du mir helfen“, fragte ich. „Ich schreibe einen Blog im… für die BZ… und ich würde gern mehr über die ganze Twilightwelle erfahren. Warum bist du heut Abend hier?“
„Ääääh, kein Plan.“
„Ernsthaft? Du weißt nicht mal, was du an Twilight magst?“
Er zuckte mit den Schultern. „Ich denk‘ mal, die Vampire…?!“
Ich gab ihm meinen ausdrucklosesten Blick. „Die Vampire…“, wiederholte ich. „Kannst du etwas spezifischer sein?“
„Weißt du“, sagte er, „dieser Vampirtyp. Der liebt Bella weil… aus einem Grund halt… und sie bekämpfen Werwölfe und lieben Werwölfe und schauen sich gegenseitig an. Das ist alles so toll.“
Ich war entsetzt. Meinte der das ernst? Ich entschloss mich, ihn aufzuklären. „Klaus -und ich weiß nicht ob du wirklich Klaus heißt, aber ich will verdammt sein, wenn du dich nicht wie einer verhältst- ich will ehrlich sein. Mein Spezial-Nerd-Bullshit-Detektor geht hier gerade tierisch ab. Das klingt alles, als würdest du gar nichts über Twilight wissen. Was machst du dann hier, Mann? Versuchst du Mädels aufzureißen?“
Er sagte nichts sondern sank nur etwas in sein Cape zurück.
„Wow, das ist einfach nur… grauenhaft“, sagte ich wahrheitsgemäß. Wir standen da in unglaublich merkwürdiger Stille für einige Sekunden. Mein Körper kribbelte bei dem Gedanken, dass ich neben diesem Typen sitzen würde.
„Hey Mädels“, sagte ich und drehte mich rum zu der Riege Fotzen hinter mir. „Wollen wir Plätze tauschen? Ihr kommt etwas eher rein und bekommt vielleicht bessere Plätze.“
„Wow! Danke!“
Wir mischten uns etwas bis ich 6 Plätze weiter weg in der Schlange und etwas näher an der Hölle war. Ich stand nun neben ein paar normal ausschauenden Mädels, etwa Mitte 20. Nach 10minütigem Belauschen ihrer Unterhaltung entschied ich, dass sie die am wenigsten Irren hier waren und beschloss es noch einmal zu versuchen.
“Wow! Ihr seht normal aus!“, sagte ich auf dem Weg einer Einleitung.
Eine lange Pause. “OK. Danke“, antwortete die eine langsam während die andere mich anstarrte.
“Hey, wir sind doch alles normale Typen…und Ladytypen… Beantwortet ihr mir ein paar Fragen? Was ist dieses große Ding rund um Twilight? Warum seid ihr heute Nacht hier?“
Ihr Blick überflog mich. „Ich bin mir nicht so sicher, ob du normal bist.“
„Wegen des Kostüms?“ Sie nickte. „Schau mal, das war eine Idee meiner Freundin. Sie meinte, damit würden wir bessere Pläääähhhrrrrg-“ Meine Erklärung, nur komplett mit einem bedeutungsvollen Schritt vorwärts und einem dramatischen Schwung des Umhangs, wurde abgeschnitten als ich auf eben jenen trat, welcher mir daraufhin den Hals zuschnürte, ich stolperte und hinfiel, elegant mich selbst würgend. Alles wurde schwarz.
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Das freundliche Treten des Polizisten erweckte mich aus meinem Schlaf. Meine Augen öffneten sich. Ich lag immer noch auf dem Boden, mein Umhang hatte sich jedoch während meines ungeplanten Komas zerrissen. Die Schlange war weg. „Wie spät ist es?“, wollte ich fragen, “blrughr Fim gh het?” kam aus meinem Mund.
„Etwa 0:30.“ Ich war schockiert. Diese Bastarde ließen mich 5 Stunden lang bewusstlos auf dem Fußweg liegen. Ich rieb meinen Nacken, kämpfte den Überrest des Umhangs beiseite. Ich schüttelte die Müdigkeit aus meinem Kopf und nach ein paar Versuchen stand ich auf meinen Beinen.
“Danke, Herr Polizist aber ich brauche keine weitere Hilfe. Falls Sie, unter welchen Umständen auch immer, einige Menschen in diesem Kino erschießen müssen, werde ich Ihnen natürlich den Rücken decken und Ihnen bei einer Anhörung ein Alibi zur Notwendigkeit Ihrer ‚Notwehr’ bescheren.“ Meine angebotene Hand zu einem High-Five hing 12 Sekunden lang in der Luft während wir sie anstarrten. Schließlich gingen die Polizisten weg.
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Mein Ergebnis: Twilightfans sind kaltblütige Huren, mögliche Pädophile oder 12 Jahre alte Mädchen. Wie wir als Gesellschaft mit diesen Parasiten umgehen ist ein kompliziertes Thema, aber sie öffentlich zu steinigen wäre sehr weit weg von der schlimmsten Option.